Dienstag, 6. März 2007
Energiepolitik
Zur Energiedebatte "Wie böse sind AKWe tatsächlich?" habe ich heute einen Physiklehrer befragt. In einer sehr differenzierten Art und Weise hat er dargelegt, dass diese Methode der Energiegewinnung angesichts der Klimakrise durchaus in Erwägung zu ziehen ist. Soweit nichts Neues. Da die Risiken eines GAUs bestenfalls minimiert, jedoch nie ausgeschlossen werden können, bleibt die Angelegenheit problematisch. Ein wenig ketzerisch warf er jedoch ein: "Wenn Deutschland dann den Atomausstieg vollendet hat, importiert es sich den Atomstrom halt aus Frankreich oder anderen Nachbarländern." So profitierten wir von den Vorteilen von Kernenergie, schiebten die Risiken jedoch anderen zu, was ja durchaus legitim sei.
Kernfusion als effektive Energiebeschaffung ist in seinen Augen sehr unrealistisch. Es sei ungefähr so, dass man dafür mehr Energie reinsteckt, als wieder rauskommt.

Der interessanteste Aspekt war jedoch der, dass das angestrebte Ziel unserer kapitalistischen Gesellschaft, nämlich Wirtschaftswachstum, zwangsläufig mit Klimaschutzinteressen kollidiert. Denn einher geht immer auch eine Vergrößerung des Energieverbrauchs. Doch gerade das Gegenteil sollte und muss oberste Prämisse sein, auch aus legislativer Sicht.
Eine anschauliche Parabel dazu hatte der Lehrer auch parat: Wenn die Dinosaurier in ihrer (verglichen mit Gaias Alter) rechten kurzen Zeit hier auf der Erde so etwas wie eine Volkswirtschaft aufgebaut hätten, die konstant 0,5% Wirtschaftswachstum (was ja noch relativ wenig ist) aufweisen konnte, hätten die Dinosaurier am Ende 20 Universen gebraucht, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken.
[Die Genauigkeit der Zahlen unterliegt der Qualität meines Gedächtnisses; die allgemeine Stoßrichtung sollte dennoch klar werden.]

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